Das 'altgläubige Jahr'
Lieber Freund,
hier will ich Dir Nahe bringen wie aus einem Entwurf 'Das deutsche Jahr' von Hans Kaumann aus dem Jahr 1917, dieser zum 'altgläubigen Kalender' wurde.
Lesen wir nun was uns Hans Kaumann beschrieb:
"Große Zeiten bringen große Veränderungen mit sich, neue Werte steigen herauf und das Althergebrachte und Alltägliche wandelt sich zu neuen Gewohnheiten.
Nun ist die Weltgeschichte wieder in Fluß gekommen, und das deutsche Volk durchlebt eine große Zeit.
Denn Willkür ist alles, das da vor zweitausend Jahren begonnen wurde, Willkür ist auch, was vor einigen Jahrhunderten an ihm verbessert wurde,
Aber trotzdem uns die Sonne in der Wintersonnenwende den Beginn des Jahres geradezu aufdrängt, verlegt der gregorianische Kalender den Neujahrstag volle elf Tage später. Ebenso willkürlich sind die Monatslängen bemessen. Aber was Julius Cäsar für richtig befand, das blieb auch dem Papst Gregor heilig.
Nicht weniger geheimnisvoll sind die Bezeichnungen der Monate, die fast als schlechter Witz anmuten, oder hat es einen Sinn, die letzten vier Monate des Jahres, also den 9. bis 12. Monat, als den 7. bis 10. Monat zu bezeichnen? Würden nicht römische Fremdnamen dafür sorgen, daß der Unsinn nicht gar zu deutlich auffällt, so hätte man doch vielleicht schon früher ein Einsehen gehabt.
Der uns fremd ist in allen seinen Teilen und uns mit seinen lateinischen Namen wohl an das zerfallende Römerreich erinnern kann.
Die neue Zeit muß auch äußerlich das alte Gewand einer fremden Zeit ablegen, und eine neue Zeiteinteilung erhalten!
Auf das sich uns in frohem Gedenken die Tage zusammenschließen zu einem 'Deutschen Jahr'.
Die neue Zeittafel muß dreien Anforderungen gerecht werden: sie muß mit dem astronomischen Sonnenjahr übereinstimmen; sie muß für den täglichen Gebrauch übersichtlich und praktisch sein; und schließlich soll sie ein nationales Erinnerungsblatt darstellen. Als Grundlage bleibt die alte Einteilung in zwölf Monate erhalten, doch wird der astronomischen Forderung Rechnung getragen und der Jahresanfang, also Neujahr, auf den Tag der Wintersonnenwende verlegt (21. Dezember).
Die vier Jahreszeiten - Winter, Frühling, Sommer und Herbst - fallen dann mit den einzelnen Vierteljahren zusammen.
Der Winter steht voran, weil er die Verkörperung des ersten, unsichtbaren Lebens bedeutet. Zwar liegt im Winter die Natur scheinbar tot und starr unter der Schneedecke begraben, aber schon sind die jungen, treibenden Lebenskräfte im Innern der Erde geschäftig, die Wurzeln füllen sich mit Saft, und alles bereitet sich auf den Weckruf des Frühlings vor. Auch im menschlichen Leben bedeutet der Winter die Zeit der frohen Erwartung und ein freudiges Entgegenjauchzen dem Frühling; aber noch eine schönere Hoffnung schließt er in sich ein, die Hoffnung des keimenden Lebens, das im Mutterschoß geborgen dem Frühling des Lebens entgegenschlummert.
Bald naht der Frühling und die Träume des Winters werden Wirklichkeit. Mit jugendfrohem Leben erfüllt sich die Welt, und die Natur durchlebt ihre lachende Kindheit. Unmerklich wandelt sich die Zeit der Knospen zur reifen Blütezeit des Sommer, und in voller Ernte steht dann auch das menschliche Leben vor uns. Wie ähnlich ist doch die Ernte auf dem Felde der Ernte des Menschenleben! Hier wie dort die Sorge für die Nachkommen und der Wille, über sich selbst hinauszuwachsen zum Heil der kommenden Geschlechter. Dem Sommer folgt der Herbst des Lebens, das langsame Abschiednehmen voll verklärter Freude über alles Schöne, was gewesen ist. Mit dem Ende des Herbstes endet auch das Sterben in der Natur, und das Jahr hat vollendet; - das Leben aber verwandelt sich zu neuer Herrlichkeit in ewigem Wechsel.
Auf der neuen Zeittafel sind die vier Jahreszeiten von gleicher Länge, was astronomisch nicht ganz richtig, jedoch die praktische Übersicht günstig beeinflußt.
Bei der weiteren Einteilung sind die praktischen Gesichtspunkte vor allem maßgebend.
Ein Hauptwert liegt an der Unveränderlichkeit der Zeittafel, so daß ein jedes Jahr das gleiche Aussehen hat.
Die Unveränderlichkeit wird dadurch erreicht, daß der Neujahrstag als Wochentag keine Bezeichnung erhält, sondern als ein besonderer Tag des Jahres nur mit 'Neujahrstag' bezeichnet wird. Durch diese Anordnung erhalten alle Tage des Jahres, sowie alle 'Feste' eine 'feste' Lage, ohne daß ein Wechsel der Wochentage eintritt.
In gleicher Weise wird der alle vier Jahre wiederkehrende Schalttag behandelt und ohne Wochentagsbezeichnung nur als 'Schalttag' eingeführt; weitere Ausnahmetage kommen nicht vor. Beide Tage erhalten außerdem als Monatstage die Ziffer 0, so daß sie auch zahlenmäßig eine besondere Stellung einnehmen. Während der 'Neujahrstag' als erster Tag dem ersten Halbjahr voransteht, steht der 'Schalttag' als erster Tag im zweiten Halbjahr. Durch die ziffernmäßige Ausschaltung beider Tage ist nun eine sehr einfache und für das praktische Leben überaus zweckmäßige Einteilung des Jahres erreicht.
Jedes Vierteljahr hat genau das gleiche Aussehen, die beiden ersten Monate haben stets 30 Tage, der dritte Monat hat 31 Tage, und zwar ist dieser 31. Tag, das ist der letzte Tag des Vierteljahres, stets ein Sonntag.
Die Monate haben ihre bisherigen nichtssagenden Bezeichnungen gegen die altdeutschen Namen eingetauscht, und es heißen nun
die Wintermonate: Hartung, Hornung, Lenzmond;
die Frühlingsmonate: Ostaramond, Wonnemond, Brachmond;
die Sommermonate: Heumond, Ernting, Scheiding;
die Herbstmonate: Gilbhart, Nebelung, Julmond.
Das Ostarafest liegt in der Mitte des Ostaramonds, am 14. und 15. Ostaramond (bisher 5. und 6. April)."
Jetzt erst kann ein Jeder ersehen, weshalb wir diesen Kalender zur Grundlage für unseren 'altgläubigen Kalender' genommen haben.
So hoffe ich hiermit um Verständnis und Gewogenheit zu erlangen, falls nicht alles zu passen scheinen sollte.
Die meisten Götterfeste fallen auf einen Sonntag. Die Monate haben bei uns auch Herrschergottheiten und ein Tier als Sinnbild erhalten.
In Planung:
Für jedes Fest
* Julfest
* Herthasfest
* Lodursfest
* Skadisfest
* Riksfest
* Forsetisfest
* Hollesfest
* Njoerdsfest
* Brunhildsfest
* Tiusfest
* Ostarasfest
* Friasfest
* Snotrasfest
* Narwisfest
* Lofsfest
* Bragisfest
* Fullasfest
* Alvitsfest
* Baldersfest
* Hulfest
* Sigynsfest
* Ullersfest
* Hludanasfest
* Oelrunsfest
* Ingwisfest
* Thuonarsfest
* Goendulsfest
* Sippiasfest
* Heidsfest
* Narwisfest
* Hildsfest
* Wuotansfest
* Warsfest
* Widarsfest
* Thrudsfest
Jahreskreiskalender (zusätzlich als pdf)
Jeden Monat im Blick
Termine der nächsten drei Feste
> Sigynsfest & Ullersfest am 13. Heumond (alt 3. Juli)
> Hludanasfest am 14. Heumond (alt 4. Juli)
> Oelrunsfest am 21. Heumond (alt 12. Juli)